Eisenbahnlärm


Zuglärm

Das unten aufgeführte Bild zeigt die Geräuschentwicklung eines Regionalzuges, welcher durch ein Mikrofonarray aufgenommen wurde. Der Zug passierte das Feld bei 200 km/h in der Richtung von rechts nach links. Die Hauptgeräuschareale sind mit roter Farbe markiert: Räder, im spezifischen die Vorderräder, und dem Stromabnehmer.

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Rad- Schienenlärm

Bei einer Zuggeschwindigkeit unter 250 km/h sind mechanische Defekte an der Rad-/Gleislauffläche der Grund der meisten Eisenbahnlärm.

Defekte können kleine Rahmenunebenheiten sein, verursacht durch Klotzbremsen, die direkt auf die Lauffläche der Räder wirken, sowie im großen Maßstab (mehrere Zentimeter) Radflachstellen. Eine Flachstelle am Rad kann entstehen, wenn der Reibungskoeffizient zwischen Schiene und Rad sehr gering ist, sodass das Rad nicht mehr auf dem Gleis rollt, sondern nur entlang gleitet. Wenn das Rad gleitet, wächst die Flachstelle. Dies ist ein Problem, insbesondere im Herbst, da die von den Bäumen fallenden Blätter eine Art fettige Paste auf der Gleislauffläche bilden. Eine weitere Ursache für eine Flachstelle kann eine blockierte Bremse sein. Jedes Mal, wenn diese auf die Gleise trifft, wird eine große Menge an Lärm emittiert. Die Flachstelle erhöht das Geräusch sowie die Kosten, die investiert werden, um die Umwelt von diesem Lärm zu schützen. Auch trägt es zur Erhöhung der Wartungskosten auf der Strecke bei. Daher wird bisher sehr viel jährlich für Lärmschutzwände entlang von Bahnlinien, sowie auf Rad- und Schieneninstandhaltung investiert. Geräuschvideos sind daher wirksame Instrumente, um Lärm von Eisenbahnrädern zu überwachen und defekte Räder in einem frühen Stadium zu erkennen.

Pantographgeräusche/Stromabnehmergeräusche

Ab einer Zuggeschwindigkeit über 250 km/h verursachen Windturbulenzen rund um den Zugkörper (z. B. dem Stromabnehmer) den meisten Lärm bei einem Zug. Gleichzeitig haben normalhohe Lärmschutzwände an den Bahnlinien aufgrund dessen keine Wirkung mehr, da der Stromabnehmer auf dem Dach des Zuges liegt. Das Verstehen der Geräuschentwicklung ist daher essentiell, um einen geräuscharmen Stromabnehmer zu konstruieren. Das unten aufgezeigte Geräuschvideo der Schallausbreitung bei 800 Hz aus einem Zug mit 200 km/h, gibt Einblick in den Erzeugungsprozess. Rauscherzeugung um den Stromabnehmer scheint ein komplexer Prozess zu sein, da der Ursprung der Schallquelle sich offensichtlich zwischen den verschiedenen Teilen des Stromabnehmers bewegt.